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Martin Zeller - Das Dreieck (im Schuber)
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  • Martin Zeller - Das Dreieck (Innenansicht)
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Das Dreieck (mit Cd)

Autor/Künstler Martin Zeller
Sprache deutsch
Einband gebunden
Seiten 144
Größe 27 x 30 cm
Erscheinungsjahr 1992
ISBN-10 3-926048-54-9
ISBN-13 978-3-926048-54-7
65,00 € inkl. MWSt. zzgl. Versandkosten

Der Fotograf Martin Zeller fotografiert Orte im Rhein-Neckar-Dreieck, wobei sich gegenüber dem touristischen Blick die Perspektive verkehrt hat. Nicht das Objekt der Fotografie ist relevant, sondern die Tatsache, dass das Objekt von Martin Zeller gesehen wurde. Erst durch diesen subjektiven Anteil offenbart das "Abschatten der Wirklichkeit" seine paradoxe Doppelnatur: Über das "Ablichten der Realität hinaus wird das fotografische Bild zur Metapher oder zum Symbol für einen Zusammenhang, der die authentische Wiedergabe des unmittelbar Anschaulichen weit übersteigt.

Seine Orte wirken wie Endstationen, sind eingebettet in die Tristesse einer technischen Zivilisation, die an ihr Ende gekommen scheint. Es ist eine symbolische Welt, gerade weil sie die reine Äußerlichkeit betont. Vieles spielt in einer Art Zonenrandgebiet der Städte, in der unsicheren, verunsichernden Twilightzone aus Realität, Trivialität und Trauma, in der konsequent keine Menschenseele auftaucht. Dabei sind diese bizarren Grotten des Zerfalls immer erfüllt von Spuren und Zeichen, die aufgrund ihrer Anmut jeder Konnotation und Interpretation widerstehen und Zellers Fotografie zu einer "Anwesenheit von Abwesenheit" machen.

Die Bildstrategie von Martin Zeller orientiert sich an der Wirklichkeit, nur bekommen die spezifischen Grisaille-Töne und die zwielichtige Atmosphäre seiner Orte im kulissengünstigen, dem der Phantasie förderlichen Gegenlicht die Aura scheinbar romantischer Illuminationen, die dem Wirklichen einen phantastischen Anklang geben und das Phantastische real erscheinen lassen.

Am signifikantesten sind die extrem langen Belichtungszeiten, die die alltägliche fotografische Gegenwart, die Ikonografie des Alltags derart verfremden, dass trivialen Gegenständen eine ferne mythische Vergangenheit beglaubigt werden kann. Diese Art der Inszenierung der Realität - die Atmosphäre des Lichts und der Farbe - geben nicht nur den Motiven des Zerfalls, sondern auch einem "Wingert" an der Weinstraße eine derart surreale Aura, dass man eher an die Land-Art Walter de Marias, als an Müller-Thurgau erinnert wird.

Martin Zellers spätromatischer Symbolismus erfasst Natur und Kultur, High-Tech und Zerfall als eine alltägliche aber zunehmend surreal durchpulste Wirklichkeit. Seine Bilder verführen. Sie appellieren nicht an die Vernunft, sondern an die Sinnlichkeit eines Publikums.

Weitere Informationen

mit einem Essay von Eckhard Siepmann

109 Farbfotografien (Fünffarbdruck)

zusammen mit einer CD, im Schuber

Musik von Uwe Henke und Claus Boesser-Ferrari

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